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Die Raiffeisen Bank International AG[2] (RBI) ist die zweitgrößte österreichische Bank. Ihre Aktien notieren an der Wiener Börse. Rund 61 % der Geschäftsanteile werden von den Raiffeisenlandesbanken gehalten, der Rest befindet sich im Streubesitz.
In Russland, wo die RBI über eine Tochterbank trotz des seit Februar 2022 laufenden russischen Überfalls auf die Ukraine weiterhin aktiv tätig ist und rund 60 % ihrer Gewinne erwirtschaftet, wickelt sie einen erheblichen Teil des internationalen Zahlungsverkehrs ab und ist als systemrelevant eingestuft.
Die RBI entstand ursprünglich durch die Fusion der Kundengeschäftsfelder der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (RZB) mit der Raiffeisen International Bank Holding AG im Oktober 2010. Die RZB blieb unverändert das Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich und die Zentrale des RZB-Konzerns.
Mit einer Kapitalerhöhung an der Wiener Börse stockte die RBI im Jänner 2014 ihr Eigenkapital um 2,78 Milliarden Euro auf. Der Anteil der RZB an der RBI sank dabei von 78,5 auf 60,7 Prozent. Im Gegenzug stieg der Streubesitz von 21,5 auf 39,3 Prozent. Die Stärkung der Kapitalbasis sollte die Bank auf die strengen Kapitalvorschriften nach Basel III vorbereiten.[3] Die 2009 aufgenommenen 1,75 Milliarden Euro an staatlichem Partizipationskapital wurden am 6. Juni 2014 zurückgezahlt.[4]
2015 beschloss die RBI ein Transformationsprogramm zur Erhöhung ihres Kapitalpuffers, das zu einer Verbesserung der harten Kernkapitalquote (CET1 Ratio, fully loaded) auf 12 Prozent bis Ende 2017 führen sollte. Die geplanten Schritte sahen unter anderem den Verkauf der Banken in Polen und Slowenien sowie den Rückzug aus den USA und teilweise Asien vor. Neben der Kapitalstärkung sollte die Komplexität der Bank reduziert und ihr Risikoprofil verbessert werden.[5] Die Tochterbank in Slowenien wurde Mitte 2016 verkauft. Der Verkauf der Raiffeisen Polbank kam letztendlich im Dezember 2016 vorerst nicht zustande. Mit einer CET1 Ratio (fully loaded) von 13,6 Prozent erreichte die RBI dennoch bereits zum Jahresende 2016 – und somit ein Jahr vor Ablauf der selbst gesetzten Frist – ihr Kapitalziel.[6]
Im Jahr 2016 wurde weiters beschlossen, RZB und RBI zu verschmelzen. Die formelle Zustimmung erfolgte in der außerordentlichen Hauptversammlung am 24. Jänner 2017 (RZB: 23. Jänner 2017).[7] Mit dem Firmenbucheintrag am 18. März 2017 wurde die Verschmelzung rechtlich abgeschlossen. Die RBI übernahm dabei als Gesamtrechtsnachfolgerin zur Gänze die Rechte, Pflichten und Aufgaben der übertragenden Gesellschaft RZB.
Am 10. April 2018 wurde bekannt, dass die RBI ihr polnisches Tochterunternehmen bis auf die Fremdwährungskredite an BNP Paribas verkaufen werde. Der Abschluss des Transfers erfolgte im vierten Quartal 2018.[8]
Am 15. Februar 2021 erwarb die RBI den tschechischen Devisen- und Zahlungsanbieter Akcenta, um ihre Position in Mittel- und Osteuropa zu stärken.[9]
Im ersten Halbjahr 2022 betrug der Gewinn 1,71 Milliarden Euro. Darin enthalten war auch ein Gewinn von 453 Millionen Euro aus dem Verkauf der bulgarischen Tochter.[10]
Im Januar 2023 geriet Raiffeisens Russlandgeschäft ins Visier des amerikanischen Amts zur Kontrolle von Auslandsvermögen (OFAC). RBI ist seit dem russischen Überfall auf die Ukraine eine der letzten verbliebenen Großbanken in Russland. Die russische Tochterfirma zu Kriegsbeginn 40 % von Russlands internationalem Zahlungsverkehr ab und wurde dadurch von russischen Stellen offiziell als systemrelevant eingestuft.[11] Weiters lag der Anteil der Tochterbank am gesamten Nachsteuer-Gewinn 2022 bei 2 von 3,8 Milliarden Euro. Nach Anfrage von OFAC im Hinblick auf diese Situation versprach Raiffeisen Kooperation mit der Behörde bei der Durchleuchtung ihrer Russlandgeschäfte.[12] Die RBI reduzierte im Geschäftsjahr 2023 ihr Russlandgeschäft.
Trotz des russischen Überfalls auf die Ukraine (ab 2022) setzte die Bank ihr Geschäft in Russland fort. Die fortgesetzten Tätigkeiten der Bank in Russland begründen auch ihre Aufnahme im März 2023 in die Liste von Kriegssponsoren der ukrainischen Nationalagentur für Korruptionsbekämpfung. Im Dezember 2023 schloss die Ukraine die Raiffeisen Bank von der Liste der Kriegssponsoren für das 12. Paket von EU-Sanktionen gegen Russland aus.
Die Großbank teilte Ende September 2024 mit, dass sie ihre belarussische Tochter, die Priorbank JSC, an die Soven 1 Holding, mit Sitz in den Vereinigten Arabischen Emiraten verkauft habe. Der Verkaufspreis betrug in etwa 300 Mio. EUR. Die RBI steigt somit komplett aus dem belarussischen Markt aus und verliert 45 Geschäftsstellen.
Die RBI ist in Österreich als Kommerz- und Investmentbank, in Zentral- und Osteuropa (CEE) als Universalbank tätig. Die Tochterbanken in CEE bieten ihren Kunden Dienstleistungen im Corporate-, Investment- und Retail-Banking an. Die überwiegende Mehrzahl der Kunden in CEE sind Privatkunden sowie Klein- und Mittelbetriebe. In Österreich betreut die RBI ausschließlich Großkommerzkunden und multinationale Unternehmen.
Die RBI betrachtet Österreich und CEE als ihren Heimmarkt. 11 Märkte der Region werden durch Tochterbanken abgedeckt, darüber hinaus umfasst der Konzern zahlreiche andere Finanzdienstleistungsunternehmen beispielsweise in den Bereichen Leasing, Vermögensverwaltung und Mergers and Acquisitions. Rund 43.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter betreuen 18 Millionen Kundinnen und Kunden in rund 1.450 Geschäftsstellen, der weitaus überwiegende Teil davon in Zentral- und Osteuropa (Stand: Ende 2023).
Ihre Einlagen, einschließlich der aufgelaufenen Zinsen, sind pro Kunde und Bank bis zu 100.000 EUR durch den eurpäischen Einlagensicherungsfonds gesetzlich geschützt.
In der gesamten Europäischen Union gelten einheitliche Mindeststandards, die in den Richtlinien 94/19/EG, 2009/14/EG und 2014/49/EU festgelegt sind.
Wichtig zu wissen: Die Sicherung gilt für alle Einlagen eines Kunden bei derselben Bank. Das bedeutet, dass auch weitere Einlagen, die Sie neben den über WeltSparen vermittelten Beträgen bei derselben Bank angelegt haben, in die Sicherung einbezogen werden.
In Ungarn werden auf bestimmte Einkünfte wie Dividenden, Zinsen und Lizenzgebühren grundsätzlich Quellensteuern erhoben, die in der Regel bei 15 % liegen. Deutschland und Ungarn haben ein Doppelbesteuerungsabkommen, das die Steuerbelastung auf diese Einkünfte regelt und häufig eine Reduzierung der Quellensteuer auf 5 % oder 10 % vorsieht, sofern bestimmte Voraussetzungen erfüllt sind. Deutsche Steuerpflichtige sollten daher einen Antrag auf Steuerermäßigung stellen, um eine Doppelbesteuerung zu vermeiden.
Zur Eröffnung genügt ein elektronischer Auftrag im Onlinebanking.